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Pekingese

Pekingese, goldfarbenes Langhaar mit schwarzer Maske, auf einem Parkweg

Der aktuelle FCI-Standard ist ungewöhnlich deutlich: Jedes Anzeichen von Atemnot gilt beim Pekingesen als inakzeptabel, ebenso eingeengte Nasenlöcher und schwere Falten über der Nase. Löwenhaft, würdevoll und furchtlos soll er wirken. Britische Messungen zeigen, wie weit viele Hunde von diesem Anspruch entfernt sind.

FCI Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 8 Japanische Spaniel und Pekingesen, Standard Nr. 207, ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland China (Patronat Großbritannien)
Größe (Widerrist) im FCI-Standard nicht festgelegt
Gewicht Idealgewicht Rüden höchstens 5 kg, Hündinnen höchstens 5,4 kg
Lebenserwartung Median 13,3 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024)
Fell mäßig lang, gerade, mit Mähne; grobes Deckhaar, dichte weichere Unterwolle, Befederung an Ohren, Läufen, Rute und Zehen
Farben laut Standard alle Farben und Abzeichen gleichwertig, Mehrfarbige gleichmäßig gescheckt; Albino, Leberbraun und Merle unzulässig

Ein kleiner Hund mit Löwenmähne

Ursprungsland ist laut Standard China, die Patenschaft liegt bei Großbritannien. Klein, ausgewogen, mäßig stämmig und mit großer Würde beschreibt ihn das Papier, im Wesen furchtlos, loyal und distanziert, weder ängstlich noch aggressiv. Beim Hochheben soll er überraschend schwer sein. Die Sektion teilt er mit dem Japan-Chin.

Was der Standard ausdrücklich ausschließt

Die Nase darf nicht zu kurz sein, die Nasenlöcher sollen groß und offen sein, ein Fang muss erkennbar bleiben. Die Augen sollen frei von offensichtlichen Problemen sein, das Fell darf die Bewegung nicht behindern. Klare Worte, die in der Zucht noch ankommen müssen.

Nur jeder zehnte atmet unauffällig

In einer britischen Querschnittsstudie wurden 45 Pekingesen nach einem Belastungstest auf das brachyzephale obstruktive Atemwegssyndrom (BOAS) untersucht (Tomlinson et al. 2026). Nur 10,9 Prozent zeigten keinerlei Anzeichen, kaum anders als bei Mops, Französischer und Englischer Bulldogge. Offene Nasenlöcher hatten nur 17,8 Prozent. Nach dem finnischen Zuchttest, wegen der extrem kurzen Läufe ohne Zeitlimit, hatten vier von sieben Pekingesen erhöhte Körpertemperatur (Lilja-Maula et al. 2024).

Weite Lidspalte, verletzliche Hornhaut

Eine britische Klinikstudie mit 700 Hunden maß die relative Lidspaltenweite (Packer et al. 2015). Der Pekingese lag mit 34,2 vorn, ein Labrador kam auf 19,0; dieser Unterschied ging mit gut fünffacher Chance auf ein Hornhautgeschwür einher. Kurzköpfige Hunde hatten dort ein zwanzigfach höheres Risiko.

Bandscheiben, Geburt und Lebensdauer

An einer israelischen Tierklinik hatten 81 von 426 vorgestellten Pekingesen einen bestätigten Bandscheibenvorfall, 70 Prozent davon im Bereich von Brust- und Lendenwirbelsäule (Chai et al. 2018). Verkalkte Bandscheiben im Röntgenbild erhöhten die Chance stark. Bei den Geburten gehörte der Pekingese in einer britischen Züchterbefragung zu den zehn Rassen mit den höchsten Kaiserschnittraten (Evans und Adams 2010). Im Median wurde er 13,3 Jahre alt, doch ein langes Leben ist kein Beweis für freie Atemwege.

Wann er zu dir passen kann

Wenn du einen ruhigen Hund mit eigenem Kopf suchst, ihn schlank hältst, Sprünge vermeidest und auf dem Atemtest beider Eltern bestehst.

Wann du besser verzichtest

Wenn du lange Wanderungen im Sinn hast oder Schnaufen und Schnarchen für niedlich hältst.

Pekingese, goldfarbenes Langhaar mit schwarzer Maske, auf einem Parkweg

Ob ein eigenständiger Begleiter zu deinem Alltag passt, zeigt dir der Rasse-Test, ausführlicher unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Reizt dich das kleine Format, aber nicht das flache Gesicht, vergleiche den Tibet-Spaniel oder den Papillon, beide mit mittellanger Schnauze. Alle Rassen findest du im Rasselexikon. Abgegebene Pekingesen vermitteln auch Tierheime. Für die ersten Wochen mit Welpe gibt es das kostenlose Welpen-Startpaket.

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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 207 Pekingese (fci.be, englische Fassung vom 06.10.2026; eine deutsche Fassung ist nicht veröffentlicht); Tomlinson F et al., A cross-sectional study into the prevalence and conformational risk factors of BOAS across fourteen brachycephalic dog breeds, PLOS ONE 2026; Lilja-Maula LIO et al., Evaluation of brachycephalic obstructive airway syndrome breeding test results in Finland from 2017 to 2022, Acta Veterinaria Scandinavica 2024; Packer RMA et al., Impact of facial conformation on canine health: corneal ulceration, PLOS ONE 2015; Chai O et al., Characteristics of and risk factors for intervertebral disk extrusions in Pekingese, JAVMA 2018; Evans KM, Adams VJ, Proportion of litters of purebred dogs born by caesarean section, Journal of Small Animal Practice 2010; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.

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