Dornenhecken schrecken ihn nicht. Der FCI-Standard schreibt das dem Grand Griffon Vendéen ausdrücklich ins Wesen, gleich neben feiner Nase und schönem Geläut. Am Anfang, so der Standard, gab es überhaupt nur ihn: den großen Vendéen, aus dem später die kleineren Schläge hervorgingen.
| FCI | Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.1 Große Laufhunde, Standard Nr. 282, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | Rüden 62 bis 68 cm, Hündinnen 60 bis 65 cm, Toleranz 1 cm mehr oder weniger |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | lang, aber nicht übermäßig, manchmal buschig und rau (grob und hart), reichlich Unterwolle; Bauch und Schenkelinnenseiten nicht kahl |
| Farben laut Standard | weiß-schwarz, schwarz-rot, schwarz mit sandfarbenen Abzeichen, weiß-orange, tricolor, falb oder sandfarben schwarz gewolkt, auch mit weißer Scheckung (Hasen-, Wolfs-, Dachs-, Wildschweinfarbe); einfarbig Schwarz oder Weiß disqualifiziert |
Kanzlerhunde und Weiße des Königs
Ursprünglich war der Große Vendéen ein kurzhaariger Schlag. Er stammte, so der Standard, von den Kanzlerhunden ab, benannt nach ihrem Begründer, einem königlichen Kanzler, oder von den weißen Hunden des Königs. Viel Blut brachte der Griffon Fauve de Bretagne ein, dazu kamen die Gris de Saint-Louis und die Griffons de Bresse. Seine kleineren Verwandten aus derselben Gegend sind der Briquet Griffon Vendéen und der Grand Basset Griffon Vendéen.
Gebaut für Hirsch und Wildschwein
Als Verwendung nennt der Standard die Büchsenjagd, manchmal die Hetzjagd, auf Hirsch, Reh, Wildschwein und Fuchs, meist in der Meute, einzeln auch als Spürhund. Dafür ist er kräftig, ohne schwerfällig zu wirken, mit tiefer Brust und langen, muskulösen Oberschenkeln. Die dünnen, lang behaarten Ohren sind nach innen gedreht und reichen über den Nasenschwamm hinaus. Die FCI erkannte ihn 1969 endgültig an.
Gehorsam, aber voller Eigensinn
Der Standard beschreibt ihn als gelehrig und entschlossen, gehorsam, aber eigensinnig und voller Passion. Er brauche eine gute Führung und weiträumiges Gelände. Übersetzt in den Alltag: Er hört auf dich, solange keine Spur interessanter ist. Konsequente, freundliche Erziehung und viel Geduld beim Rückruf gehören dazu, Härte bringt bei so einem Kopf nichts.
Bart, Brauen und Kletten
Sein raues Haar mit dichter Unterwolle hält Dornen und Nässe ab, sammelt aber Kletten und Laub. Einmal pro Woche gründlich bürsten, nach dem Wald die Pfoten und den Bart durchsehen, das reicht meist. Die Augenbrauen sollen ausgeprägt sein, die Augen aber nicht verdecken. Die langen Behänge kontrollierst du regelmäßig von innen.
Was über seine Gesundheit bekannt ist
Fast nichts Rassespezifisches. In der Lebensdaueranalyse von McMillan und Kollegen taucht er nicht auf; die dort ausgewertete Gruppe um den Petit Basset Griffon Vendéen schließt zwar den Grand Basset ein, nicht aber ihn. Krankheitsstudien zur Rasse fanden wir keine. Erwähnenswert ist eine Vorgabe des Standards: Die Bindehaut darf nicht sichtbar sein. Hängende Lider sind bei ihm also nicht gewollt.
Ein Zuhause mit Revier
Er gehört zu Jägern, am besten mit Erfahrung in der Meutearbeit, oder zu sehr aktiven Menschen auf dem Land mit Zeit für stundenlange Nasenarbeit. Wer einen großen, ruhigen Familienhund für die Stadt sucht, wird mit ihm nicht froh. Ein so passionierter Jäger mit Bart braucht vor allem eines: Gelände, in dem er seine Nase benutzen darf.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 282 Grand Griffon Vendéen (Großer Griffon Vendéen) (fci.be, deutsche Fassung vom 15.10.1999, englische Fassung vom 18.02.2000, gültiger Originalstandard vom 09.01.1999, Originalsprache Französisch) und FCI-Rassenseite Nr. 282; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nicht aufgeführt).
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