Ca de Bou heißt Stierhund. Der Name geht laut FCI-Standard auf das frühe 18. Jahrhundert zurück, als auf den Balearen lebende Engländer Hunde für die damals beliebten Kämpfe gegen Stiere suchten. Geblieben ist ein kompakter, ruhiger Wachhund, deutlich leichter als die großen Doggen.
| FCI | Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde), Sektion 2.1 Molossoide, doggenartige Hunde, Standard Nr. 249, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Spanien |
| Größe (Widerrist) | Rüden 55 bis 58 cm, Hündinnen 52 bis 55 cm |
| Gewicht | Rüden 35 bis 38 kg, Hündinnen 30 bis 34 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | kurz und beim Anfassen rau |
| Farben laut Standard | gestromt, falbfarben und schwarz; weiße Flecken an Vorderpfoten, Brust und Fang bis 30 Prozent; schwarze Maske zulässig |
Von König Jakob bis Barcelona
Der Standard erzählt von der Dogge der Iberischen Halbinsel, die mit König Jakob I. um 1230 auf die Balearen kam. Nach dem Frieden von Utrecht kreuzten die Engländer ihre eigenen Kampf- und Wachhunde ein. Ein spanisches Stammbuch von 1923 erwähnt die Rasse, die erste offizielle Eintragung folgte 1928, ein Jahr später gab es eine Auszeichnung auf der Ausstellung in Barcelona. Ein Nachbar von derselben Insel ist der Mallorca-Schäferhund.
Gutmütig im Haus, wachsam am Tor
Ruhig in der Grundanlage, bei Bedarf mutig und tapfer, umgänglich mit Menschen und seinem Menschen treu: So fasst der Standard sein Wesen zusammen. Als Wach- und Schutzhund nennt er ihn unübertrefflich. Diese Schutzbereitschaft lenkst du mit früher Gewöhnung an Besuch, Nachbarn und Handwerker. Behörden einiger Bundesländer stufen ihn als Listenhund ein, und was bei dir gilt, fragst du am besten dort nach, bevor du dich festlegst.
Breiter Kopf, kurzer Fang
Der Kopfumfang soll besonders beim Rüden größer sein als der Brustumfang am Widerrist, der Fang misst ein Drittel der Schädellänge. Gefordert ist ein Vorbiss von höchstens einem Zentimeter, ein Scherengebiss gilt als schwerer Fehler. Die Rosenohren bleiben natürlich, kupierte Ohren oder Ruten disqualifizieren.
Ein kleiner Genpool
Unter sechs gefährdeten Rassen der Balearen hatte der Ca de Bou in einer Erbgutanalyse die wenigsten Allele (5,05 je Marker) und die geringste Heterozygotie (Alanzor Puente et al. 2024). Der erfasste Bestand umfasste 243 Hunde (Puente et al. 2024). Zahlen zu Lebensdauer oder Erkrankungen fehlen, die große britische Auswertung schließt ihn aus (McMillan et al. 2024). Frag nach Inzuchtkoeffizient und Hüftbefunden.
Pflege und Bewegung
Das kurze, raue Fell ist schnell gebürstet. Seine typische Gangart ist der Trab, entsprechend passen ihm gleichmäßige Runden, Suchspiele und Unterordnung mit klaren Regeln.
Für wen er passt
Für erfahrene Menschen, die einen wachsamen, anhänglichen Molosser mittleren Gewichts wollen und Wartezeit bei einer seltenen Rasse in Kauf nehmen.
Wer besser verzichtet
Wer täglich durchs volle Stadtzentrum muss, Hunde gern im Rudel laufen lässt oder schnell einen Welpen will, wird mit ihm kaum glücklich.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 249 Perro Dogo Mallorquín, Ca de Bou (Mallorca-Dogge) (fci.be, deutsche Fassung vom 20.05.1997, gültiger Originalstandard publiziert 11.12.1996); Alanzor Puente JM et al., Integrated Discriminant Evaluation of Molecular Genetic Markers and Genetic Diversity Parameters of Endangered Balearic Dog Breeds, Int J Mol Sci 2024; Puente JMA et al., The Crucial Role of Breeder and Dog Owners Associations in Safeguarding Genetic Heritage of Endangered Balearic Dog Breeds, Animals 2024; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.
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