Sein Name ist eine Adresse. In der alten Reichsstadt Rottweil trieben und bewachten Metzger mit diesen Hunden ihr Vieh, und so hieß er lange schlicht Rottweiler Metzgerhund. Heute steht da oft ein ruhiger, schwerer Hund an der Leine, der seine Umgebung genau beobachtet und dabei erstaunlich gelassen bleibt.
| FCI | Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde), Sektion 2.1 Molossoide, Doggenartige Hunde, Standard Nr. 147, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Deutschland |
| Größe (Widerrist) | Rüden 61 bis 68 cm (richtige Größe 65 bis 66 cm), Hündinnen 56 bis 63 cm (richtige Größe 60 bis 61 cm) |
| Gewicht | Rüden ca. 50 kg, Hündinnen ca. 42 kg |
| Lebenserwartung | Median 10,6 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024) |
| Fell | Stockhaar: mittellanges, derbes, dichtes, straff anliegendes Deckhaar mit Unterwolle |
| Farben laut Standard | schwarz mit klar abgegrenztem, sattem rotbraunem Brand an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen, über den Augen und unter der Rute |
Herkunft
Der FCI-Standard zählt ihn zu den ältesten Rassen und führt seinen Ursprung bis in die Römerzeit zurück. Hunde, die mit den Legionen über die Alpen zogen, mischten sich im Raum Rottweil mit einheimischen Hunden. Daraus wurde ein Treib- und Wachhund für Großvieh, der auch Karren zog. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts testete man ihn für den Polizeidienst, 1910 wurde er offiziell als Polizeihund anerkannt.
Wesen
Laut Standard ist er freundlich und friedlich in der Grundstimmung, sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig, dabei selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Diese Mischung braucht eine Hand, die klar und fair führt. Ein Rottweiler, der als Welpe viele Menschen, Hunde und Orte ruhig kennengelernt hat, wird ein souveräner Begleiter. In einigen Bundesländern gelten für ihn besondere Auflagen. Frag vor dem Kauf bei deinem Land oder deiner Gemeinde nach, was für dich gilt.
Bewegung und Beschäftigung
Der Standard beschreibt ihn als Traber mit kraftvollem, ausdauerndem Gang. Lange Spaziergänge gehören jeden Tag dazu, ebenso Kopfarbeit: Fährtensuche, Unterordnung, Gebrauchshundesport. Wilde Sprünge und Treppenrennen solltest du ihm im Wachstum ersparen.
Pflege
Das Stockhaar ist pflegeleicht. Einmal pro Woche bürsten genügt, im Fellwechsel öfter. Wichtiger ist eine schlanke Figur, denn jedes Kilo zu viel trägt ein schwerer Hund auf seinen Gelenken.
Gesundheit
Mit einem Median von 10,6 Jahren lebt der Rottweiler in der großen britischen Auswertung von McMillan und Kollegen deutlich kürzer als Mischlinge mit 12,0 Jahren. Ein Grund ist Knochenkrebs. Eine VetCompass-Studie mit 905.552 Hunden aus britischen Tierarztpraxen fand beim Rottweiler eine jährliche Osteosarkom-Häufigkeit von 0,84 Prozent und eine 26,7-fache Chance gegenüber Mischlingen (O'Neill et al. 2023). Hinkt ein älterer Rottweiler ohne erkennbaren Grund, gehört er bald in die Tierarztpraxis. Seriöse Zuchten lassen Hüften und Ellbogen der Elterntiere röntgen.
Für wen passt der Rottweiler?
Für erfahrene, ruhige Menschen mit Zeit für Erziehung und Hundesport, die einen loyalen, wachsamen Begleiter suchen und Freude an gemeinsamer Arbeit haben.
Für wen eher nicht?
Für Ersthalter ohne Unterstützung durch eine gute Hundeschule, für sehr kleine Wohnungen und für alle, die einen Hund suchen, der sich selbst erzieht.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 147 Rottweiler (fci.be, Fassung vom 24.07.2018); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; O'Neill DG et al., Dog breeds and conformations predisposed to osteosarcoma in the UK: a VetCompass study, Canine Medicine and Genetics 2023.
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