Er kann den Kopf so weit nach hinten biegen, dass er den eigenen Rücken berührt, und seine Ohren verschließen. An jeder Pfote trägt er mindestens sechs Zehen. Mit diesem Körper kroch der Norwegische Lundehund früher in enge Felsgänge und holte Papageitaucher lebend aus ihren Nisthöhlen.
| FCI | Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 2 Nordische Jagdhunde, Standard Nr. 265, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Norwegen |
| Größe (Widerrist) | Rüden 35 bis 38 cm, Hündinnen 32 bis 35 cm |
| Gewicht | Rüden ca. 7 kg, Hündinnen ca. 6 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | dichtes, raues Deckhaar mit weicher Unterwolle, kurz an Kopf und Vorderseite der Läufe, reicher an Hals und Schenkelrückseiten, Rute dicht behaart ohne Fahne |
| Farben laut Standard | immer mit Weiß: rotbraun bis fahlbraun mit mehr oder weniger schwarzen Haarspitzen, schwarz oder grau, jeweils mit weißen Abzeichen, oder weiß mit dunklen Abzeichen |
Papageitaucher als Wintervorrat
Der Name verbindet das norwegische Wort „Lunde“ für den Papageitaucher mit „Hund“. Solche Vogelhunde sind laut Standard seit über 400 Jahren beschrieben, das Fleisch der Seevögel half der Küste durch den Winter. Zuletzt hielt sich die Jagdtradition nur noch in Måstad auf der Insel Værøy. Um den Zweiten Weltkrieg raffte die Staupe fast alle Hunde dahin, das Ehepaar Christie in Südnorwegen rettete die Rasse mit den Leuten von Værøy. Die FCI erkannte den Lundehund 1965 endgültig an.
Ein Körper wie ein Kletterwerkzeug
Vorne hat jede Pfote laut Standard mindestens sechs Zehen, fünf davon tragend, und acht Ballen, hinten sechs Zehen mit vier tragenden und sieben Ballen. Die Ohrmuschel lässt sich so falten, dass der Gehörgang verschlossen ist. Beim Laufen drehen die Vorderläufe nach außen: Was bei anderen Rassen ein Fehler wäre, gehört bei ihm zum Bild.
Wach, lebhaft und gern in der Höhe
Aufmerksam, energisch, lebhaft, so knapp beschreibt ihn der Standard. Er liebt Treppen, Felsen und Mauern und arbeitet gern mit der Nase. Suchspiele und abwechslungsreiche Wege im Gelände fordern ihn mehr als Runden auf Asphalt. Weil er klettert, verdient der Gartenzaun einen prüfenden Blick. Das raue Fell braucht nur wöchentliches Bürsten, zwischen den vielen Zehen sammeln sich aber gern Steinchen.
Zwei Hunde als Stammeltern
Eine Zahl zur Lebensdauer fehlt, die britische Auswertung von McMillan et al. führt die Rasse nicht. Nach zwei Engpässen in den 1940er und 1960er Jahren mit jeweils nur fünf Hunden stammen die rund 1.500 Lundehunde weltweit offenbar von nur zwei Tieren ab (Stronen et al. 2017). Verloren sind 38,8 Prozent der ursprünglichen genetischen Vielfalt, die effektive Populationsgröße liegt bei 13 bis 82 Tieren (Kettunen et al. 2017). Häufig ist das Lundehund-Syndrom, eine Darmerkrankung mit Eiweißverlust. In einer norwegischen Untersuchung hatten 12 von 14 obduzierten Lundehunden eine Lymphangiektasie des Darms, vier einen Magenkrebs (Kolbjørnsen et al. 1994). Durchfall, Abmagerung oder ein dicker Bauch gehören deshalb früh in die Tierarztpraxis. Ein Rettungsprojekt kreuzt Norwegischen Buhund, Islandhund und Norrbottenspitz ein. Frag nach, ob ein Wurf daraus stammt.
Er passt zu dir, wenn
du einen kleinen, ausgefallenen Begleiter mit eigenem Kopf suchst und bei Verdauungsproblemen aufmerksam bleibst.
Lieber nicht, wenn
du einen Hund ohne Gesundheitsfragen erwartest oder keine Geduld für Wartelisten seltener Züchter hast.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 265 Norsk Lundehund (Norwegischer Lundehund) (fci.be, deutsche Fassung vom 22.02.2012, gültiger Standard publiziert 10.11.2011); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nicht enthalten); Stronen AV et al., Genetic rescue of an endangered domestic animal through outcrossing with closely related breeds: A case study of the Norwegian Lundehund, PLoS One 2017; Kettunen A et al., Cross-Breeding Is Inevitable to Conserve the Highly Inbred Population of Puffin Hunter: The Norwegian Lundehund, PLoS One 2017; Kolbjørnsen O et al., Gastropathies in the Lundehund. I. Gastritis and gastric neoplasia associated with intestinal lymphangiectasia, APMIS 1994.
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