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Japan-Chin

Japan-Chin, schwarz-weißes seidiges Fell, auf einem Parkweg

Im Jahr 732, so steht es im FCI-Standard, gelangten die Vorfahren des Chin als Geschenk koreanischer Herrscher an den japanischen Hof. Elegant, graziös und liebenswürdig ist er bis heute. Sein breites Gesicht mit dem sehr kurzen Nasenrücken hat allerdings Folgen, die du vor dem Kauf kennen solltest.

FCI Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 8 Japanische Spaniel und Pekingesen, Standard Nr. 206, ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland Japan
Größe (Widerrist) Rüden ca. 25 cm, Hündinnen etwas kleiner
Gewicht im FCI-Standard nicht festgelegt
Lebenserwartung Median 12,5 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024)
Fell seidig, gerade und lang, außer im Gesicht reichlich; Ohren, Hals, Oberschenkel und Rute reich befedert
Farben laut Standard Weiß mit schwarzen oder roten Abzeichen, möglichst symmetrisch verteilt, breite weiße Blesse erwünscht; dreifarbig disqualifiziert

Schoßhund am Hof der Shogune

Unter Shogun Tsunayoshi Tokugawa wurde der Chin laut Standard zum kleinen Schoßhund im Schloss Edo. 1613 brachte ein englischer Kapitän einen nach England, 1853 führte Kommandeur Perry zahlreiche Hunde in die USA ein, zwei davon gingen an Königin Victoria. Die FCI-Sektion teilt er mit dem Pekingesen.

Aufgeweckt und gutmütig

Der Standard nennt ihn aufgeweckt, gutmütig und liebenswürdig, sein Gang soll elegant, leichtfüßig und stolz sein. Im Alltag reichen ihm ruhige Spaziergänge, kleine Suchspiele und viel Nähe. Das seidige Haar bürstest du mehrmals pro Woche, die Augen schaust du täglich an.

Kurzer Nasenrücken, enge Nase

Laut Standard liegt die Nase auf einer Linie mit den Augen, die Nasenlöcher sollen weit geöffnet sein. Eine britische Studie untersuchte 46 Chin nach einem Belastungstest auf das brachyzephale obstruktive Atemwegssyndrom (Tomlinson et al. 2026). Nur 17,4 Prozent waren ohne Befund, damit lag die Rasse gleichauf mit Mops, Französischer und Englischer Bulldogge. Offene Nasenlöcher hatten 5,8 Prozent. Die Autoren beschreiben bei kleinen Rassen wie dem Chin eher leise Nasengeräusche, die man leicht überhört.

Was die großen Augen bedeuten

Groß, rund und weit auseinander verlangt der FCI-Standard die Augen. Der britische Rassestandard wünscht sogar etwas sichtbares Augenweiß in den inneren Winkeln. In einer Klinikstudie mit 700 Hunden war sichtbares Augenweiß mit fast dreifachem Risiko für Hornhautgeschwüre verbunden, kurzköpfige Hunde hatten ein zwanzigfaches (Packer et al. 2015). Auch in britischen Praxisdaten hatten kurzköpfige Typen eine 11,2-fache Chance (O'Neill et al. 2017).

Ein seltener Gendefekt und die Lebensdauer

Bei verwandten Chin wurde die GM2-Gangliosidose beschrieben, eine tödliche Speicherkrankheit des Nervensystems (Sanders et al. 2013). Ursache ist eine Mutation im Gen HEXA; keiner von 128 gesunden getesteten Chin trug sie doppelt. Frag, ob die Elterntiere getestet sind. Im Median wurde der Chin 12,5 Jahre alt, Mischlinge 12,0 Jahre.

Zu wem ein Chin passt

Zu Menschen, die einen sanften, eleganten Hausgenossen suchen, Hitze meiden und von Züchtern Atemtest und Augenbefund beider Eltern verlangen.

Wer besser die Finger davon lässt

Wer einen sportlichen Begleiter erwartet oder Tierarztkosten für Augen und Atemwege nicht einplanen kann, sollte sich anders entscheiden.

Japan-Chin, schwarz-weißes seidiges Fell, auf einem Parkweg

Bevor du dich auf eine Rasse festlegst, hilft der Rasse-Test, mehr Tiefe bietet unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Wenn dich ein kleiner, sanfter Begleiter reizt, sind der Havaneser und der Tibet-Spaniel mit längerer Schnauze einen Vergleich wert. Einen Überblick über alle Rassen gibt das Rasselexikon. Kleine Hunde warten auch in Tierheimen und bei Vermittlungsvereinen auf ein Zuhause. Für den Start mit Welpe gibt es das kostenlose Welpen-Startpaket.

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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 206 Chin (Japan-Chin) (fci.be, deutsche Fassung vom 30.01.2020; englische Originalfassung vom 03.06.2016); Tomlinson F et al., A cross-sectional study into the prevalence and conformational risk factors of BOAS across fourteen brachycephalic dog breeds, PLOS ONE 2026; Packer RMA et al., Impact of facial conformation on canine health: corneal ulceration, PLOS ONE 2015; O'Neill DG et al., Corneal ulcerative disease in dogs under primary veterinary care in England, Canine Genetics and Epidemiology 2017; Sanders DN et al., GM2 gangliosidosis associated with a HEXA missense mutation in Japanese Chin dogs, Molecular Genetics and Metabolism 2013; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.

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Das Print My Pet Team

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