Eigentlich hielt man sie für kurzhaarige Berner Sennenhunde, die zwei Hunde, die 1908 auf einer Jubiläumsausstellung Professor Albert Heim vorgeführt wurden. Heim erkannte darin etwas anderes: den alten großen Sennen- oder Metzgerhund, der beinahe verschwunden war. Schon ein Jahr später stand der Große Schweizer Sennenhund als eigene Rasse im Stammbuch.
| FCI | Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde), Sektion 3 Schweizer Sennenhunde, Standard Nr. 58, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Schweiz |
| Größe (Widerrist) | Rüden 65 bis 72 cm, Hündinnen 60 bis 68 cm |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | Stockhaar mit dichtem, mittellangem Deckhaar und dichter, möglichst dunkelgrauer bis schwarzer Unterwolle |
| Farben laut Standard | dreifarbig: Grundfarbe Schwarz mit symmetrischem rotbraunem Brand und weißen Abzeichen an Kopf, Kehle und Brust, Pfoten und Rutenspitze |
Der Metzgerhund kehrt zurück
Seine Vorfahren waren laut Standard als Metzger- oder Fleischerhunde in Mitteleuropa weit verbreitet und wurden als Schutz-, Zug- oder Treibhunde gezüchtet. 1909 trug die Schweizerische Kynologische Gesellschaft die Rasse ein, 1912 entstand der Rasseklub, und erst 1939 veröffentlichte die FCI den ersten Standard. Seine nächsten Verwandten sind der Berner, der Appenzeller und der Entlebucher Sennenhund.
Gutmütig, wachsam, mittleres Temperament
Sicher, aufmerksam, wachsam und furchtlos in Alltagssituationen, gutmütig und anhänglich mit vertrauten Menschen, selbstsicher gegenüber Fremden: So beschreibt ihn der Standard. Heute wird er vor allem als Familienhund geschätzt. Fremde meldet er zuverlässig, und mit seiner Kraft braucht er eine Erziehung, die früh beginnt und konsequent bleibt.
Zughund im Ruhestand
Ursprünglich war er Wach- und Zughund. Zugarbeit mit Wagen oder Schlitten, Fährtensuche und ruhige Wanderungen fordern ihn passend, dauerndes Rennen nicht. Während des Wachstums gilt: Gelenke schonen, Sprünge und lange Treppen vermeiden.
Pflegeleichtes Stockhaar
Das kurze, dichte Fell braucht wöchentlich die Bürste, im Fellwechsel häufiger. Afterkrallen müssen laut Standard entfernt sein, außer in Ländern, in denen das gesetzlich verboten ist.
Epilepsie ernst nehmen
In einer Schweizer Befragung von 128 Haltern hatten 20 Hunde eine idiopathische Epilepsie, das sind 15,6 Prozent (Sauer-Delhées et al. 2020). Nur bei 10 Prozent der betroffenen Hunde gelang eine dauerhafte Anfallskontrolle. In einer deutschen Studie mit 94 erkrankten Hunden traten Anfallsserien und Status epilepticus häufig auf, das mediane Sterbealter lag bei 4 Jahren (Ostermann et al. 2022). Frag beim Züchter, ob in der Familie Anfälle bekannt sind.
Schultern, Blutgerinnung und Lebensdauer
Bei Röntgenaufnahmen in der Schweiz zeigten 14 Prozent der Hunde eine Osteochondrose am Oberarmkopf, eine Knorpelstörung im Schultergelenk (Ohlerth et al. 2016). In einer Familie wurde zudem eine Genveränderung im Rezeptor P2Y12 gefunden, die nach Operationen zu starken Blutungen führen kann (Boudreaux und Martin 2011). Sag deiner Tierärztin vor jedem Eingriff Bescheid. Eine belastbare Zahl zur Lebenserwartung haben wir nicht gefunden.
Für wen passt der Große Schweizer Sennenhund?
Für Familien mit Haus und Garten, die einen ruhigen, wachsamen Begleiter suchen, Zeit für Erziehung und Bewegung haben und Tierarztkosten einplanen.
Für wen eher nicht?
Für kleine Stadtwohnungen, für Menschen, die einen Hund ohne Meldefreude wünschen, und für alle, die sich vor einem Hund mit Epilepsierisiko scheuen.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 58 Großer Schweizer Sennenhund (fci.be, deutsche Fassung vom 05.05.2003); Sauer-Delhées S et al., Clinical characteristics of Idiopathic Epilepsy in Greater Swiss Mountain Dogs in Switzerland, Schweizer Archiv für Tierheilkunde 2020; Ostermann TE et al., Phenotype of Idiopathic Epilepsy in Great Swiss Mountain Dogs in Germany, Frontiers in Veterinary Science 2022; Ohlerth S et al., Prevalence of humeral head osteochondrosis in the Greater Swiss Mountain dog and the Border Collie in Switzerland, Schweizer Archiv für Tierheilkunde 2016; Boudreaux MK, Martin M, P2Y12 receptor gene mutation associated with postoperative hemorrhage in a Greater Swiss Mountain dog, Veterinary Clinical Pathology 2011; McMillan KM et al., Scientific Reports 2024 (Rasse dort nicht ausgewertet).
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