Unter allen Bassets ist er der schnellste. So steht es im FCI-Standard des Grand Basset Griffon Vendéen, und gleich danach folgt ein Satz, den du ernst nehmen solltest: Er sei zäh, mutig und ein wenig dickköpfig, an Gehorsam müsse man ihn schon in frühester Jugend gewöhnen.
| FCI | Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.3 Kleine Laufhunde, Standard Nr. 33, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | Rüden 40 bis 44 cm, Hündinnen 39 bis 43 cm, Toleranz 1 cm mehr oder weniger |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | Median 13,7 Jahre für eine britische Sammelgruppe, in der Petit und Grand Basset Griffon Vendéen sowie der Basset Fauve de Bretagne gemeinsam gezählt wurden (McMillan et al. 2024) |
| Fell | hart, nicht zu lang, glatt, nie seidig oder wollig; ausgeprägte Augenbrauen, die das Auge nicht verdecken |
| Farben laut Standard | weiß-schwarz, schwarz mit falb- oder sandfarbenen Abzeichen, weiß-orange, tricolor, falb schwarz gewolkt, sandfarben schwarz gewolkt mit oder ohne weiße Scheckung; einfarbig schwarz oder weiß disqualifiziert |
Paul Dezamy und die 43 Zentimeter
Wie alle Bassets stammt er von größeren Hunden ab, hier von den großen Griffons der Vendée. Ende des 19. Jahrhunderts suchte der Graf von Elva gezielt Hunde mit geraden Läufen. Den Typ festigte vor allem Paul Dezamy: Er legte die Größe auf etwa 43 cm fest, weil man für die Hasenhetze Hunde genau dieser Größe brauche. Heute jagt er alles Haarwild vom Hasen bis zum Wildschwein. Sein kleiner Vetter ist der Petit Basset Griffon Vendéen, hochläufiger ist der Briquet Griffon Vendéen.
Kurze Beine, aber gerade
Der Standard will einen harmonischen Hund mit geraden Läufen und nicht übertrieben langem Körper, krumme oder halbkrumme Gliedmaßen disqualifizieren. Woher die kurzen Beine kommen, hat eine Studie der University of Missouri 2025 untersucht: Alle 41 GBGV mit Beinlänge im Rahmen trugen eine oder zwei Kopien einer FGF4-Genkopie auf Chromosom 18, die sechs deutlich größeren Hunde keine. Die Variante auf Chromosom 12, die bei anderen Rassen mit Bandscheibenerkrankungen zusammenhängt, hatte keiner der 47 Hunde (Mhlanga-Mutangadura et al. 2025). Ein geringeres Bandscheibenrisiko beweist das nicht.
Dickkopf mit Liebe zu Dornen
Schnell, spurlaut, mutig und verliebt in Dornenhecken und Gestrüpp: So beschreibt ihn der Standard. Ein wenig dickköpfig, aber brav, und es liege am Führer, ihn zu beherrschen. Im Alltag heißt das: klare, freundliche Regeln von Anfang an und viel Wiederholung.
Wanderschuhe und Bürste
Er ist kein Sofa-Basset: Lange Wanderungen, Fährtenarbeit und Suchspiele im Unterholz lasten ihn aus, in wildreichem Gelände an der Schleppleine. Das harte Haar, nie seidig oder wollig, bürstest du einmal pro Woche und befreist es von Kletten. Die lang behaarten Ohren reichen über den Nasenschwamm und brauchen regelmäßige Kontrolle.
Was über seine Gesundheit belegt ist
Eine eigene Lebenserwartung gibt es nicht, McMillan und Kollegen zählten ihn mit zwei verwandten Bassets in einer Gruppe (Median 13,7 Jahre). Beschrieben ist außerdem eine erbliche Muskelerkrankung: 2007 beschrieb eine Fallserie drei verwandten Welpen mit X-chromosomaler Muskeldystrophie; die Eltern waren gesund (Klarenbeek et al. 2007).
Ehrlich abgewogen
Er passt zu Jägern und konsequenten, sportlichen Menschen mit Hundeerfahrung. Wer zum ersten Mal einen Hund hält oder Wert auf Freilauf legt, wählt besser anders. Mit Geduld folgt dir der kleine Sturkopf durch jedes Dickicht, solange keine Hasenspur dazwischenkommt.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 33 Grand Basset Griffon Vendéen (fci.be, deutsche Fassung vom 15.10.1999, englische vom 14.02.2001, gültiger Originalstandard vom 09.01.1999); Mhlanga-Mutangadura T et al., Absence of FGF4 Retrogene Insertion on Chromosome 18 Results in a Tall Phenotype in Grand Basset Griffon Vendéen Dogs, Veterinary Sciences 2025; Klarenbeek S et al., Canine X-linked muscular dystrophy in a family of Grand Basset Griffon Vendéen dogs, Journal of Comparative Pathology 2007; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.
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