Bis 1966 waren er und der Finnische Lapphund eine einzige Rasse. Dann stellte man fest, dass in Lappland zwei verschiedene Rentierhütehunde existierten, und trennte sie. Den Ausschlag gab vor allem die Länge des Fells (Seppälä et al. 2013).
| FCI | Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 3 Nordische Wach- und Hütehunde, Standard Nr. 284, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Finnland |
| Größe (Widerrist) | Idealgröße Rüden 51 cm, Hündinnen 46 cm, Toleranz plus oder minus 3 cm |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | Deckhaar mittellang oder lang, gerade, eher abstehend und harsch; Unterwolle fein und dicht; an Hals, Brust und Oberschenkelrückseite oft länger und reicher |
| Farben laut Standard | Schwarz in verschiedenen Schattierungen, auch gräulich oder dunkelbraun, mit helleren grauen oder bräunlichen Abzeichen an Kopf, Unterseite und Läufen; weiße Abzeichen an Hals, Brust und Läufen möglich; Blau, Zobel und Falb disqualifizieren |
Seit Jahrhunderten bei den Rentieren
Hunde dieses Typs nutzten die Sámi laut Standard seit Hunderten von Jahren zum Hüten ihrer Rentiere (der Standard schreibt Lapps). Ins Zuchtbuch kamen sie ab den 1950er Jahren, am 10.12.1966 wurde der Lapplandhirtenhund eine eigene Rasse, 1970 erkannte ihn die FCI endgültig an. Erbgutanalysen zeigen eine enge Verwandtschaft mit den Lapphunden, dem Finnenspitz und den Laikas (Pohjoismäki et al. 2018). Seine Schwesterrassen: Finnischer Lapphund und Schwedischer Lapphund. Den aktuellen Standard vom März 2026 gibt es bei der FCI bisher nur auf Englisch.
Gelassen daheim, stimmfreudig im Einsatz
Gelehrig, ruhig, freundlich, energisch und arbeitswillig, so beschreibt ihn der Standard. Dazu kommt ein Satz, den du ernst nehmen solltest: Bei der Arbeit bellt er bereitwillig. Im Haus ist er meist entspannt, wenn er draußen genug zu tun hatte.
Ohne Rentiere trotzdem beschäftigt
Sein Trab ist laut Standard unermüdlich. Gib ihm Aufgaben, bei denen er mitdenken darf: Hütetraining an Schafen, Treibball, Obedience, Fährten oder lange Wanderungen. Klare Regeln verhindern, dass er Kinder oder Radfahrer zu dirigieren beginnt.
Wetterfest bis zu den Zehen
Selbst die Pfoten sind laut Standard rundum dicht behaart. Wöchentliches Bürsten hält das harsche Fell in Ordnung, im Fellwechsel brauchst du deutlich mehr Zeit.
Augen und Gentests im Blick
Zur Lebensdauer liegt keine belastbare Zahl vor, die britische Auswertung von McMillan et al. führt die Rasse nicht. Gut untersucht sind die Augen: In der Rasse kommen mehrere erbliche Netzhauterkrankungen vor, bekannt waren Varianten in den Genen PRCD und BEST1. Eine finnische Studie mit 10 erkrankten und 34 gesunden Hunden fand zusätzlich eine Variante im Gen IFT122, die mit fortschreitender Netzhautatrophie zusammenhängt (Kaukonen et al. 2021). Die Pompe-Krankheit, eine schwere Glykogenspeicherkrankheit, ist vom Lapphund bekannt. Unter 99 Lapplandhirtenhunden waren zwei Träger der Variante, Erkrankungen waren in dieser Rasse nicht gemeldet (Seppälä et al. 2013). Lass dir für beide Eltern Augenbefund und Gentests zeigen.
Er passt, wenn
du einen freundlichen, ruhigen Arbeitshund suchst, Hundesport magst und mit etwas Bellen gut leben kannst.
Eher nicht, wenn
du einen Hund suchst, der ohne Aufgabe zufrieden ist, oder in einem sehr hellhörigen Haus wohnst.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 284 Lapinporokoira (Lapponian Herder, Finnischer Lapplandhirtenhund) (fci.be, englische Fassung vom 23.03.2026, gültiger Standard publiziert 11.02.2026, keine deutsche Fassung); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nicht ausgewertet); Pohjoismäki JLO et al., Origins and wanderings of the Finnish hunting spitzes, PLoS One 2018; Kaukonen M et al., A missense variant in IFT122 associated with a canine model of retinitis pigmentosa, Human Genetics 2021; Seppälä EH et al., A nonsense mutation in the acid alpha-glucosidase gene causes Pompe disease in Finnish and Swedish Lapphunds, PLoS One 2013.
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