Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte man den Chien d'Artois zu den Rassen, die es für immer nicht mehr geben würde. Dass er heute wieder bei der FCI geführt wird, geht laut Standard auf einen Wiederaufbau zurück, der Anfang der 1970er Jahre begann.
| FCI | Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 Mittelgroße Laufhunde, Standard Nr. 28, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | Rüden und Hündinnen 53 bis 58 cm, Toleranz 1 cm |
| Gewicht | durchschnittlich 28 bis 30 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | kurz, dick und recht flach |
| Farben laut Standard | dreifarbig, dunkelfauve bis hasen- oder dachsfarben, mit Mantel oder großen Flecken; Kopf meist falbfarben, manchmal berußt; Tüpfelung ist ein Fehler |
Vom Chien Picard zur geretteten Rasse
Früher hieß er Chien Picard. In der alten Parforcejagd unter Heinrich IV. und Ludwig XIII. war er laut Standard sehr gesucht, schon Sélincourt staunte über ihre Nase auf einer stundenalten Hasenspur. Le Couteulx de Canteleu nannte die Rasse 1890 zwar vermischt, aber noch immer hervorragend für die Hasenjagd. Erst die Arbeit von M. Audréchy ab den frühen 1970ern und von Mme Pilat brachte ihn zurück unter die Laufhunde.
Ein Briquet mit langem Atem
Der Standard nennt ihn einen Briquet, also einen mittelgroßen Laufhund, und beschreibt seine Arbeit genau. Heute jagt er überwiegend bei der Flintenjagd, nimmt verlorene Fährten fleißig wieder auf, arbeitet mittelschnell, dafür ausdauernd. Auf ebenem Gelände durchschaut er die Haken des Hasen, im lichten Hochwald treibt er Rehe, im Dickicht stellt er sich mutig auch einem Wildschwein. Sechs bis acht gleich aussehende Hunde ergeben eine kleine Meute mit weithin hörbarem Geläut.
Ausgeglichen und anhänglich
Anders als viele Laufhund-Standards beschreibt dieser ein Wesen: kräftig und widerstandsfähig, mit feiner Nase, gutem Zusammenhalt in der Meute, ausgeglichen und anhänglich. Ein furchtsamer Hund gilt als fehlerhaft, ein aggressiver oder übermäßig ängstlicher wird disqualifiziert. Im Haus darfst du also einen freundlichen Hund erwarten. Draußen bleibt er ein Jäger, der eine Spur ernster nimmt als deinen Pfiff.
Ohren bis an den Nasenschwamm
Seine Ohren sind etwas dick, breit, am Ende gerundet und so lang, dass sie bis zum Ansatz des Nasenschwamms reichen. Schau regelmäßig hinein und halte sie nach nassen Tagen trocken. Das kurze, dicke Haar und die recht dicke Haut sind unkompliziert; Bürsten einmal pro Woche und ein Zeckencheck nach dem Wald genügen.
Was er ohne Jagd braucht
Weil die FCI eine Arbeitsprüfung verlangt, ist die Jagd sein eigentliches Feld. Ohne sie brauchst du tägliche, lange Strecken und Suchaufgaben, die seine Ausdauer fordern: Fährten über mehrere hundert Meter, Mantrailing, Suchspiele im Wald. Weil er mittelschnell und beharrlich arbeitet, liegen ihm lange, ruhige Suchen mehr als kurze Sprints.
Gesundheit: viel Geschichte, wenig Daten
Eine belastbare Zahl zur Lebenserwartung gibt es für den Chien d'Artois nicht. In der britischen Langlebigkeitsstudie von McMillan und Kollegen steht er als Artois Hound auf der Liste, ohne ausgewertet zu werden, und eine rassespezifische Studie fanden wir in Europe PMC nicht. Bei einer Rasse, die aus wenigen Hunden neu aufgebaut wurde, lohnt die Frage nach der Inzucht in der Ahnentafel. Bitte außerdem um Hüft- und Augenbefunde der Eltern.
Gut aufgehoben bei
Jägern, die einen ausdauernden Stöberer oder einen Hund für eine kleine Meute suchen, und Menschen mit Erfahrung, die viel Zeit draußen verbringen und einen anhänglichen, mittelgroßen Hund schätzen.
Weniger geeignet für
Haushalte ohne Garten und ohne Zeit, Menschen, die einen Hund ohne Leine im Wald wollen, und alle, die auf einen schnell verfügbaren Welpen hoffen. Wer sich trotzdem verliebt, braucht vor allem Geduld.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 28 Chien d'Artois (fci.be, deutsche Fassung vom 14.01.1997, englische Fassung vom 25.11.1996, gültiger Originalstandard vom 24.07.1996); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (als Artois Hound aufgeführt, aber nicht ausgewertet).
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